Wenn die Vorstellung von Liebe weh tut

Oder warum unerfüllte Liebe einem das Herz viel schlimmer brechen kann als eine Beziehung.

Ich glaube ich war etwa 13 als ich mich zum ersten Mal in einen Jungen aus meiner Schule verliebte. Selbst heute – gut 18 Jahre später – weiß ich noch so viele Details von damals, aber wenn aus ihm und mir nie ein paar wurde und ich gut 3 Jahre in ihn verliebt war. Dank ein paar „Freundinnen“ wusste er auch davon (und ungefähr 3 andere Klassen, da ich festgehalten wurde und man ihm zurief „Sie liebt dich!“ – das Anfang vom Ende, wenn man grad erst 14 ist).

Im Laufe der Jahre hatte ich ein paar Beziehungen, die meistens nicht sonderlich lang hielten (im Schnitt 5 – 6 Monate). Und es gab unerfüllte Liebe. Männer, in die ich verliebt war, sie aber nicht in mich. Einmal war ich so heftig verliebt, dass mein Hirn völlig ausgesetzt hat, wenn er in meiner Nähe war. Wenn wir uns zufällig bei gemeinsamen Freunden trafen oder auf einer gleichen Veranstaltung waren, bin ich in seiner Nähe rumgeschlichen und suchte einen Grund um mit ihm zu reden, seine Aufmerksamkeit zubekommen. Es war als wäre ich wieder 13. Im Nachhin ist es mir teilweise ein wenig peinlich (insbesonder meine Liebeserklärung per Brief). Im Laufe der Zeit entstand ein kurzes Miteinander aus der sich aber nicht mehr entwickelte – wohl auch, weil wir nicht in der gleichen Stadt wohnten und im Grunde an völlig verschiedenen Punkten im Leben standen. Mit ein paar Jahren Abstand ist mir klar, dass es nie etwas werden konnte. Ich habe mich in die Vorstellung hineingesteigert und alles idealisiert, so dass es unfassbar weh getan hat, als er mir mitgeteilt hat, dass er nicht so für mich empfindet wie ich für ihn.

Wenn man in jemanden verliebt ist, idealisiert man irgendwann diese Person und stellt sich vor wie eine Beziehung wäre. Wenn man sich dann irgendwann eingesteht, dass er kein „wir“ geben wird und alle Szenarien, die man sich ausgemalt hat wie Luftblasen zerplatzen, bricht das Herz. Ich hatte länger mit diesem Art von Liebeskummer zu kämpfen, als bei dem Ende einer Beziehung – da gibt es immerhin Gründe warum es nicht geklappt hat und ich konnte es dadurch leider verarbeiten.

Meine 3 Tipps gegen Liebeskummer:

  1. Geht raus! Verkriecht euch nicht zuhause. Nehmt euch die besten Freundin / besten Freund oder jemandem, der euch gut tut und raus an die Luft. Es reicht ein langer Spaziergang um ein wenig Bewegung und frische Luft zu tanken um auf andere Gedanken zu kommen. Ich liebe hierfür Wasser – ob Hafen oder Strand(promenade) ist egal – die Seeluft pustet den Kopf durch😉 Wenn man drinnen verkriecht, drehen sich die Gedanken nur im Kreis und man versinkt in Selbstmitleid.
  2. Die Kummer rauslassen – sich einmal richtig ausheulen. Wenn man die Tränen verdrängt, überwältigen sie einen irgendwann und es wird schlimmer als wenn man es direkt zugelassen hätte.
  3. Tue dir selbst etwas gutes! Du bist die einzige Person mit der du wirklich bis an dein Lebensende zusammensein wirst, deshalb behandle dich gut. Viele Frauen lassen sich beim Friseur einen neuen Haarschnitt verpassen. Andere gehen ins Spa (oder legen sich daheim mit Gesichts- & Haarmaske in die Badewanne). Oder einfach mal wieder in Ruhe den Liebslingsfilm oder Serie angucken.

Wie seht ihr das? Was macht ihr bei Liebeskummer?

 

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Bücher, die mich zu Tränen rührten

Ich bin eigentlich nicht die Art von Frau, die bei einer traurigen Geschichte direkt in Tränen ausbricht. Deshalb war ich auch verwundert als mir zum ersten Mal bei einem Buch die Tränen kamen. Selbst in den 90ern als alle Mädchen um Jack Dawson in Titanic weinten und im Kino nur lautes Schluchzen zu hören war, ließ bei mir keine Träne.

Deshalb möchte ich euch heute einmal die Bücher vorstellen, die mich zu Tränen gerührt haben und mich noch Tage nach dem Lesen beschäftigten.

1. Ein ganzen halbes Jahr (von Jojo Moyes)

Klappentext: Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, was er dagegen tun wird. Doch weder Lou noch Will wissen, dass sie das Leben des anderen für immer verändern werden.

Persönliches Fazit: dieses Buch war das erste, das mich jemals zu Tränen gerührt hat. Die Figur „Lou“ hat so eine zauberhafte Leichtigkeit, die sie trotz Rückschlägen im Leben nicht verliert und mit der sie es schafft, dass Will langsam auftaut. Ich hatte bis zum Schluß auf ein Happy End gehofft und Will’s Entscheidung am Ende hat mir ein wenig das Herz gebrochen. Ich bin sehr auf die Verfilmung gespannt, die diese Woche in die Kinos kommt.

Trailer

2. Die letzten Tage von Rabbit Haynes (von Anna McPartlin)

Klappentext: Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt. Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst … Die Geschichte von Rabbit Hayes: ungeheuer traurig. Ungeheuer tröstlich. 

Persönliches Fazit: Diese Geschichte hat mich umgehauen. Trotz dieses unfassbar trautigen Themas war es mit so viel Witz und Liebe geschrieben, dass es sich anfühlte als wäre man Teil dieser chaotischen Familie. Deshalb liefen am Ende auch die Tränen. Es ist ein unglaublich starkes und kraftvolles Buch.

3. Mein bester letzter Sommer (von Anne Freytag)

Klappentext: Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen
Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …

Persönliches Fazit: die Geschichte der ersten Liebe, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Tessa wird sterben und will sich deshalb eigentlich nicht auf Oskar einlassen – auch wenn sie sich nach Liebe sehnt. Aber die Liebe ist stärker und Oskar nimmt Tessa mit auf einen Roadtrip und sie erlebt die glücklichsten letzten Tage ihres Lebens.

4. Das Schicksal ist ein mieser Verräter (von John Green)

Klappentext: „Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

Persönliches Fazit: es ist für mich mehr als ein Jugendbuch. Die Geschichte einer Liebe, bei der von Anfang an klar ist, dass es kein Happy End gibt. Eine Geschichte bei der sich nur die Frage stellt – wer zuerst stirbt und wer vorerst zurück bleibt. Auch wenn die beiden – insbesondere Hazel – oft wütend sind, verlieren die beiden dennoch nie den Mut und versuchen sich so gut es geht mit der Situation zu arrangieren und einander Kraft zu geben.

Mir fällt bei dieser kleinen Liste auf, dass das zentrale Thema immer Liebe und Verlust (bzw. Tod ist), dass mir die Tränen in die Augen treibt. Im Grunde sind mir (bei allen Büchern) eine gute und fesselnde Story wichtig und ein Schreibstil, der einen so mitreißt, dass man das Buch nicht weglegen kann.

Mir ist übrigens bewusst, dass die Bücher hauptsächlich unter „Jugendbücher“ geführt werden. Aber da stöbere ich in den Buchhandlungen am liebsten🙂

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Von Amsterdam und einem streikenden Körper

Der Urlaub ist vorbei und der Alltag hat mich wieder. Außerdem werde ich so langsam wieder gesund. Zuerst hat ein Virus und eine darauffolgende Magenschleimhautentzündung mich 2 Wochem komplett außer Gefecht gesetzt. Dann ging es eine Woche, der Urlaub startete und am Pfingstsonntag bekam ich unfassbare Schmerzen im Rücken in Höhe der Schultern und des Nackens. Jackpot – am Dienstag wollten wir nach Amsterdam. Nachdem ich es am Sonntag erst mit Wärmflasche auf dem Rücken und einer Hitzesportsalbe probierte, fuhren wir am Pfingstmontag in die Notaufnahme (es wäre ja auch zu einfach, wenn mir so etwas innerhalb der Woche passiert…). Ich bekam diverse Schmerzmittel verschrieben, die sogar die Dame der Bereitschaftsapotheke in Staunen versetzte.

Am 17.05. fuhren wir dann mit dem Auto nach Amsterdam. Wir hatten uns bis zum 20.05. im Ibis Amsterdam City West eingemietet, die nur 7,50 Euro Parkgebühr pro Tag in Rechnung gestellt haben – für Amsterdam quasi ein Schnäppchen. Die Tage in Amsterdam waren zeitgleich schön wie anstrengend. Bis auf einen kleinen Regenschauer hatten wir Glück mit dem Wetter. Den größten Teil der Stadt haben wir zu Fuß erkundet. Außerdem haben wir zig Fotos gemacht (sofern ich endlich mal die Zeit finde sie zu sichten, werde ich daraus nochmal einen Post machen).

Seit kurzem schreibe ich für das AHOIMAG. Meine erste Review findet ihr hier.

Am Wochenende werde ich mich auch an einen längeren Post über meinen Urlaub setzen.

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Happy holidays

Endlich Urlaub! Seit Donnerstag habe ich endlich meinen langersehnten Urlaub – auch wenn ich kurz vorher knapp 2 Wochen krank gewesen bin, bin ich froh über eine kleine Auszeit. Nächste Woche geht es endlich mal raus aus dem Alltag! Wir fahren nach Amsterdam und es wird das erste Mal sein, dass wir zusammen wir mehrere Tage gemeinsam wegfahren!

Und um ehrlich zu sein haben wir uns noch keine Pläne gemacht. Ich habe 2 Reiseführer gekauft und wir wollen uns treiben lassen, die Stadt erkunden und nicht einem festen Plan hinterher rennen. Auf jeden Fall wollen wir eine Grachtenfahrt machen. Aber sonst habe ich momentan einfach keine Lust zu planen – dabei hatte ich in den letzten beiden Wochen eigentlich genug Zeit. Mein Körper hat mich außer Gefecht gesetzt. Ich hatte eine Magenschleinhautentzündung, die mich knapp 2 Wochen aus der Bahn warf. In der Zeit habe ich mich auch hauptsächlich von Zwieback und (Baby-) Brei ernährt. Aber da ich ja versuche auch etwas positives an der Sache zusehen – was war immerhin mal eine effektive Diät😉

Falls ihr noch irgendwelche Tipps für Amsterdam habt – immer her damit! 

Was gibt es sonst noch neues? Ich schreibe jetzt für ahoimag.de und in den nächsten Tagen gehen meine ersten Artikel online. Habe 2 CDs hier liegen und ich möchte die Rezessionen / Artikel noch vor meinem Urlaub fertig haben. Aus derguteton-musikreviews wurde aus persönlichen und zeitlichen Gründen des Herausgebers eine Magazin für Konzertfotografie. Dem Zufall sei Dank bin ich beim Ahoimag gelandet.

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Die 2. gemeinsame Wohnung

In knapp 4 Monaten werden mein Freund und ich 2 Jahre zusammen sein. Es ist meine bisher längste Beziehung. Und wer weiß wie sich alles entwickelt hätte, wenn wir nicht direkt zusammen gezogen wären und auch den ganzen anderen Mist zu bewältigen gehabt hätten…

Wir wohnen seit März 2015 in der Wohnung, in der ich auch gerade sitze. Nachdem wir die Schimmelwohnung Ende 2014 gekündigt haben, mussten wir uns schleunigst auf die Suche nach einer neuen Wohnung machen. Gar nicht so einfach. Als ich Ende 2014 übers Wochenende in London war, hatte Marcel seine Traumwohnung besichtigt. Leider haben wir sie nicht bekommen, da sie ab sofort frei gewesen wäre und wir nicht die finanziellen Mittel hatten um 2 Wohnungen zu halten. Allerdings haben wir beim Vermieter anscheinend einen guten Eindruck gemacht. Als kurz darauf eine Wohnung im Nachbarhaus frei wurde, hat er uns angerufen. Die Wohnung war okay. Irgendwie ein wenig verwohnt. Aber machbar. Zum 01.02. haben wir den Mietvertrag unterschrieben. Im Januar 2015 bekamen wir dann den Anruf vom Vermieter. Wasserschaden in der Wohnung. Es mussten neue Fußböden gelegt werden. Die Freunde hielt sich unsererseits in Grenzen. Unsere Umzugplanung war dadurch mehr als knapp.

Es dauerte bis Ende Februar bis die Wohnung bezugsfertig wurde. Naja, mehr oder weniger. Es fehlten im Badezimmer und Flur ein paar Fliesen, die entnommen wurden um zu testen, ob der Boden getrocknet war. Unser Hausmeister erzählte uns, dass das Wasser wohl bis zum Keller getropft war nachdem unsere neue Wohnung komplett unter Wasser stand. Kurz gesagt – an dem Tag an dem wir die Schlüssel bekamen, sind wir auch direkt eingezogen. Es war chaotisch und anstrengend, da wir so keine Zeit hatten um vorher zu renovieren. Die alte Wohnung musste frei und ebenfalls gestrichen werden. Es hat uns also mal wieder an das Ende unserer Kräfte gebracht. Offiziell haben wir die Wohnung ohne Küche gemietet, da die eingebaute Küche mehr schlecht als recht zusammen hielt. Aber für den Anfang ging es.

Einige Monate später konnten wir von einer Bekannten die alte Einbauküche übernehmen (war gerade mal 1 1/2 Jahre alt und passte nicht in ihre neue Wohnung). Leider fiel das genau in die Zeit in der mein Freund kurzfristig zum Arbeiten nach Seattle geflogen ist. Mit kurzfristig meine ich am Dienstag gefragt worden und am Mittwoch der darauffolgenden Woche bereits im Flieger sitzen). Da der Sperrmüll leider genau in diese Zeit fiel, musste ich den Ausbau der alten und den Einbau der neuen Küche mit Hilfe seiner Familie (wohnt näher als meine) managen. Es hat aber alles geklappt. Da mein Freund der Koch in unserer Beziehung ist, hat er allerdings eine Skizze angefertigt wie er sich seine Küche vorstellt. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich handwerklich komplett unbegabt bin und mich freue, dass ich alles überstanden habe. Auch wenn ich in diesen Wochen komplett mit den Nerven am Ende war.

Seit Anfang 2016 kommen wir also langsam zur Ruhe😉

 

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Wohnungssuche und andere Katastrophen

Da ich momentan krank zuhause liege, komme ich endlich dazu den 2. Teil der Story um unser Zusammenziehen aufzuschreiben. Teil 1 findet ihr hier.

Mein Freund und ich arbeiten zusammen in Finkenwerder. Er wohnte vorher in Norderstedt und hatte keine Lust mehr auf einen langen Arbeitsweg (wer jemals die A7 morgens Richtung Elbtunnel abgefahren ist, weiß was ich meine). Deshalb und auf Grund der hohen Mieten in Hamburg, haben wir uns im Umland umgeguckt und haben uns dann auf Buxtehude geeinigt. Um ehrlich zu sein, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass ich von Hamburg Altona nach Buxtehude umziehe…aber die Vorteile haben einfach überwogen!

Es gibt eine Sache, die wir auf jeden Fall gelernt haben: nimm niemals die erstbeste Wohnung! Wir hatten wenige Besichtigungen und haben einfach die erste Wohnung genommen bei der wir eine Zusage bekamen. Aber wir brauchten dringend eine Unterkunft.

Im Nachhinein betrachtet, war die Besichtigung bereits eine kleine Katastrophe. Die damalige Mieterin hatte den Termin vergessen und wir warteten eine knappe Dreiviertelstunde mit dem Markler vorm Haus. Die Wohnung war auf den ersten Blick ganz schön und wir freuten uns nach der Zusage auch erst…dann zogen wir ein. Beim Auszug der Mieterin ist leider die Badezimmertür kaputt gegangen. Die neue war zu schmal – es fehlten knapp 10 Zentimeter um die Tür schließen zu können. Es wurde uns versprochen, dass das zügig gelöst werden würde. Was soll ich sagen – wenn man die Badezimmertür wirklich niemals ganz zusammen kann, lernt man sich sehr viel schneller kennen als gedacht. Es gibt ja doch den ein oder anderen Bereich des Lebens, den man eigentlich nicht so gern mit dem Partner teilt….

Wir sind im Oktober 2014 eingezogen. Knapp 6 Wochen später (immer noch ohne richtige Tür im Bad) bildete sich an allen Fenstern Schimmel. Am schlimmsten war es an den Fenstern im Wohnzimmer. Wir haben die Hausverwaltung informiert und die wollten sich das dann angucken. Gut 2 Wochen später waren 2 Herren für knapp 10 Minuten da. Ein paar Tage später hieß es, dass wir falsch gelüftet hätten. Bei unserem Einzug war es noch warm und wir hatten eigentlich fast durchgehend die Fenster offen. Die Schimmel kam nachdem es einige Tage fast durch geregnet hatte. Da wir uns nicht einig wurden und da es wohl eine Unmöglichkeit war eine passende Tür zu besorgen, beschlossen wir die Wohnung zu kündigen.

Kaum ausgepackt und halbwegs eingelebt, hieß es also wieder – Wohnung suchen und Kartons packen. Es gab in der Zeit einmal einen Punkt an dem wir uns unsicher waren, ob das alles so richtig war und ob wir die Sache nicht überstürzt haben. Es war der Punkt an dem der erste Stress abfiel (kurz bevor der neue Stress losging). Aber diese Unsicherheit hielt nur ein paar Tage. Auf Suche sind wir wieder gemeinsam gegangen.

Auch wenn die Wohnung nicht unsere Erwartung erfüllt hat, hat sie uns enger zusammen gebracht. Man wächst zusammen, wenn man schwierige Situationen meistert. Und wir haben in den ersten Monaten unserer Beziehung mehr schwierige Situationen überstanden als so manch anderer in Jahren.

Im dritten – und letzten Teil – geht es um die Wohnungssuche, den verzögerten Einzug und wie schön es ist, wenn man angekommen ist.

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Gedanken: besser ohne dich

An meine ehemals beste Freundin,

wir haben seit gut 15 Monaten kein Wort mehr miteinander gesprochen. Den letzten schriftlichen Kontakt hatten wir vor 13 Monaten. Auch, wenn ich die Reißleine gezogen habe und es mir ohne dich besser geht, fehlst du mir manchmal. Oder besser gesagt – mir fehlt die Frau, die du früher warst. Diese coole und starke Frau. Die Frau vor der Krankheit. Die Frau, die sich nicht nur über die Krankheit definiert hat und sich extra so gekleidet hat, dass auf jeden Fall die Narben zu sehen waren. Die Frau, die auch mal für mich da war. Die Frau, die nicht nur genommen hat, sondern auch mal etwas gegeben hat. Die Frau, die meine beste Freundin war. Diese Frau fehlt mir unheimlich.

Ja, es war furchtbar unfair, dass du mit Anfang 20 mehrere Schlaganfälle durchmachen musstest und im Zuge dessen ein neues Herz transplantiert bekamst. Aber es gibt so viele Menschen, die ähnliches oder schlimmeres durchgemacht haben und die ihr Leben danach wieder in den Griff bekommen haben. Ich habe mir zu viel Verantwortung aufgebürdet. Das Verhältnis unserer Freundschaft ist in ein Ungleichgewicht geraten. Plötzlich sollte, musste ich für dich sorgen. Wenn ich es nicht tat, hast du mich darauf hingewiesen wie schlecht es dir geht. Emotionaler Druck funktioniert bei mir  und das wusstest du. Als du anfingst meine frische Beziehung zu torpedieren, schaffte ich es den Schlussstrich zu ziehen. So viele wilde Behauptungen über die du dann nicht mit mir sprechen wolltest waren zu viel. Ich ging. Zog mit ihm zusammen.

Ich habe dich gehasst als du dich geweigert hast mich aus dem Mietvertrag zu lassen. Als ich den Anwalt einschalten musste, aber du hattest mir ja bereits viel Spaß bei der Klage gewünscht als ich dir mitteilte, dass ich nicht mehr kann und weg will. Weg muss. Wahrscheinlich hast du gehofft, dass ich es mir anders überlege. Du hattest ja ein bequemes Leben auf meine Kosten.

Es war ein langes halbes Jahr bis die Mitteilung vom Anwalt kam, dass die Sache geklärt sei. Ich war enttäuscht als die Vermieterin mich anrief, dass in meinem alten Zimmer noch Sachen von mir stünden und ich dann an meinem 30. Geburtstag deinen Müll entsorgt habe. Es zeigte mir aber, dass ich richtig gehandelt habe.

Mein Leben ist besser ohne dich. Ich lebe wieder mein Leben. Ich bereue nicht, dass ich damals das Leben rettete. Aber ich bereue, dass ich mir zu viel Verantwortung aufgebürdet habe. Ich habe dich über mich gestellt und wäre daran fast zerbrochen.

Dennoch vermisse ich dich immer, wenn ich irgendetwas sehe, dass mich an die Zeit vor der Krankheit erinnere. An die guten Zeiten. An die Konzerte auf denen wir waren. Die Geheimnisse, die wir geteilt haben.

Aber ich möchte dir danken, dass ich durch das alles gelernt habe wieder aufzustehen. Zu kämpfen und nicht aufzugeben. Ich habe erst für dich gekämpft und später um mich.

Ich hoffe, du wirst glücklich und erkennst dich irgendwann selbst wieder. Du bist mehr als die Frau mit der Herztransplantation.

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5 Gründe weshalb ich Hamburg liebe

Auch wenn ich seit 1 1/2 Jahren in Buxtehude lebe, ist und bleibt Hamburg (neben London) meine Lieblingsstadt. Ich habe mich schon früh in Hamburg verliebt. Eigentlich komme ich aus der schönen Hansestadt Lübeck, aber irgendwann mit 14/15 sind meine Freundinnen und ich zum Shopping nach Hamburg gefahren und schon da wusste ich, dass ich irgendwann mal in Hamburg wohnen möchte. Ich habe gut 5 Jahre in Hamburg gelebt und es trotz aller Umstände geliebt.

1.) „In Städten mit Häfen haben die Menschen noch Hoffnung!“ (Bernd Begemann)

Es gibt nichts schöneres als morgens am Hafen spazieren zu gehen. Es ist schön, wenn man seine Gedanken schweifen lassen kann und nicht die Touristen dabei umrennt. Außerdem ist es dank der Seeluft von Alster und Elbe im Sommer nie zu heiß.

2.) Musik

Egal ob große Arena oder kleiner Club. In Hamburg gibt es wirklich für jeden Musikgeschmack etwas. Ich liebe es neue Bands zu entdecken und Konzerte in der Astra Stube oder den Clubs rund um den Hamburger Berg zu entdecken. Viele Bands, die ich vor 7 / 8 Jahren live gesehen haben, sind mittlerweile auch außerhalb Hamburgs bekannt (z.B. Johannes Oerding, Bosse, Julian Sengelmann, etc.)

3.)  Gegensätze

Du kannst quer über die Reeperbahn laufen und wenige Minuten später im ruhigen Park stehen. Diese Gegensätze finde ich wunderbar. Direkt in der Nähe der berühmtesten Meile Deutschlands ist einer der Eingänge von „Planten und Blomen“. Auch wenn da im Sommer wirklich viele Menschen unterwegs sind, fühlt man sich wie in seiner eigenen Welt.

4.) Essen

In Hamburg gibt es die besten Fischgerichten – insbesondere in Hafennähe gibt es wunderbare Fischrestaurants. Ich persönlich bin ich großer Fan der Küche von Steffen Henssler und liebe das „Henssler & Henssler“ (allerdings muss man den Charme des Restaurants mögen, da die Tische recht eng beieinander stehen). An den Landungsbrücken gibt es sehr leckere Fisch- und Krabbenbrötchen.

5.) Die Nähe zum Meer 

Du setzt dich ins Auto und kannst in weniger als 2 Stunden an der Ostsee stehen (außer du erwischt den täglichen Stau auf der A1). Travemünde liegt nur 83 km entfernt, der Timmendorfer Strand 79 km. Du kannst also jederzeit einen kleinen Kurzurlaub einlegen. Oder du setzt dich in Altona in den Zug und steigst in Westerland, Sylt wieder aus. Hamburg ist Dreh- und Angelpunkt um zu den schönsten Stränden zu kommen.

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Beziehung: Zusammenziehen (Teil 1)

Zusammenziehen ist etwas ernstes. Es bedeutet, dass man nicht mehr so einfach einen Rückzieher machen könnte, wenn es nicht mehr passt. Normalerweise kommt dieser Schritt erst nach Monaten oder Jahren zur Sprache. Bei mir passierte es nach 2 Wochen. Meine längste Beziehung hielt etwas länger als 1 Jahr. Damals war ich 16. Die Beziehungen in den Jahren danach? Maximal 6 Monate. Die letzten 4 Jahre war ich Single. War die Entscheidung verrückt? Ja. War es schwierig? Oh, ja. Und würde ich es wieder machen? Bestimmt.

Da diese ganze Wohnungsaktion einen großen Teil meiner Geschichte der letzten beiden Jahren verkörpert, werde ich in mehreren Teilen davon schreiben. Mittlerweile wohnen wir in der 2. gemeinsamen Wohnung. Aber heute erzähle ich euch wie es überhaupt dazu gekommen ist. Viel Spaß!

Die Entscheidung

Der Arbeit sei Dank kenne ich meinen Freund seit 2012 – jedenfalls oberflächlich. Mehr als ein kurzer Smalltalk hier und da hatte sich nie ergeben, bis wir uns im Sommer 2014 nach dem firmeninternen Sommerfest anfreundeten. Er war damals in einer unglücklichen Beziehung und ich in einer unglücklichen Gesamtsituation. Wir begannen einander die Herzen auszuschütten, versicherten einander, dass wir kein Interesse aneinander hätten und dann war es doch wie in einer schlechten romantischen Komödie und aus Freundschaft wurde mehr.

Mitte August trennte er sich von seiner damaligen Freundin. Wie so oft stritten sie und dieses Mal lief das Fass über. Im Zuge dieser Trennung musste ich letztendlich auch meine Handynummer ändern – ich bekam einfach zu viele Nachrichten von ihr in denen sie mich beschimpfte. Es ist immer einfacher die Schuld bei anderen zu suchen. Ende August kamen wir zusammen. Da er bei seiner Mutter untergekommen war, hatte er nun einen Arbeitsweg von über einer Stunde Fahrt pro Tour. Deshalb bot ich ihm an, dass es gern bei mir übernachten könne. Allerdings wohnte ich in einer WG und musste feststellen, dass die Dinge, die für meine Mitbewohnerin natürlich waren, für mich Tabu waren. Ihr Freund verbrachte ebenfalls ab Beginn deren Beziehung gut 5 – 6 Nächte pro Woche in der Wohnung. Ich hatte nie etwas dagegen. Als ich deshalb davon ausging, dass mein Freund das auch könnte, trat ich damit einen Kleinkrieg auf Kindergartenniveau los – Putzmittel und Lebensmittel, die plötzlich beschriftet und versteckt wurden, etc pp. Allerdings bediente sie sich auch weiterhin gern an meinem Kleiderschrank. Es war einfach nur nervig, besonders da sie anfing mir / uns aus dem Weg zu gehen.

Ich beschloss mir eine Wohnung zu suchen. Er war bereits auf der Suche nach einer Wohnung im Raum Stade. Eigentlich wollte ich in Hamburg bleiben, aber die Suche nach einer bezahlbaren und schönen Wohnung ist in etwa so wir Lotto spielen. Man braucht Glück. Er schlug also vor, dass wir zusammenziehen könnten. Zum einen hatten wir bereits grob darüber gesprochen ein Jahr später zusammenzuziehen. Und zum anderen wäre es einfach die günstigste Variante, da wir beide die Kosten für Kaution, Möbel, etc hätten. Da man sich nie sicher sein kann, ob es gut geht, sind wir ins kalte Wasser gesprungen. Es gibt keine Garantien in Beziehungen – meine Eltern z.B. hatten sich kurz vor der Silberhochzeit getrennt.

 Ende Teil 1 – im nächsten Teil geht es dann um das Chaos unserer ersten Wohnung.

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Random Facts #2

Meine Lieben,

ich habe zwar diverse Entwürfe für Blogartikel gespeichert, aber so richtig weiter komme ich mit denen gerade nicht. Deshalb wieder ein paar Randow Facts.

1.) Meine Naturhaarfarbe ist dunkelblond.

2.) Seit 16 Jahren färbe und töne ich meine Haare – von schwarz bis blond hatte ich bereits alle Farben. Lange Zeit hatte ich knallrote Haare.

3.) Ich esse rohe Tomaten, mag aber keinen Tomatenketchup. Der schmeckt mir „zu tomatig“.

4.) Im Mai geht es in den Urlaub. Der erste mit dem Mann. Wir fahren nach Amsterdam.

5.) Ich bin ein absoluter Serienjunkie und leide bei jedem Cliffhanger mit – mein Freund hat dafür kein Verständnis.

6.) Da es noch so lange bis zur 10. Staffel von Doctor Who dauert, habe ich angefangen wieder von Staffel 1 (der neuen Serie) zu gucken. Bin gerade kurz vor Ende der 2. Staffel.

7.) An manchen Tagen wird mir der Unterschied zwischen Buxtehude und Hamburg extrem bewusst. An den Tagen habe ich immer das Gefühl mir würde die Decke auf den Kopf fallen.

8.) Ich stehe in der Widmung eines Flirtratgebers.

9.) Mein Freund ist jünger als ich.

10.) Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, würde ich mich nicht nochmal für eine Büroausbildung entscheiden.

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